Der Kleingarten hat
durchaus seine Berechtigung !

In der Regel ist ein Kleingarten nur wenige hundert Quadratmeter groß, daher der Name. Er soll seinen Besitzern zur Gestaltung ihrer freien Zeit dienen. So bietet er Erholung wie auch einen Ausgleich zur beruflichen Tätigkeit. Als Nutzgarten kommt er erst in zweiter Linie in Betracht, was letztlich aber auch von den jeweiligen wirtschaftlichen Verhältnissen abhängt. Geht es uns wirtschaftlich gut, neigen wir eher zu einem Ziergarten; in schlechten Zeiten soll er uns mit dem versorgen, was auf dem Markt an frischen Speisen nur schwer zu beschaffen ist. In Städten treffen wir in Kleingartengebieten meistens auf sogenannte Ziergärten, während im ländlichen Bereich der Nutzgarten häufiger anzutreffen ist.

In den Notzeiten des 1. Weltkrieges, (1914 - 1918), so wie den folgenden, wirtschaftlich geradezu katastrophalen Jahren, erlebte die erst 50 Jahre alte Kleingartenbewegung in Deutschland ihren ersten Boom. Dies war auch nötig, um die Bevölkerung überhaupt ausreichend versorgen zu können. Zu dieser Zeit wurde auch damit begonnen, Obstbäume zu pflanzen. Die meisten jedoch, die aus der Not heraus zu Amateurgärtnern geworden sind, haben dies ohne jedwede Vorkenntnis vom Obstbau getan. Die Folgen sind noch lange Zeit danach sichtbar gewesen.

KleingartenidylleViele Kleingärten sind zu einem großen Teil als Obstgärten angelegt, da ihre Besitzer überzeugte Obstbaufreunde sind. Dies gilt jedenfalls für die Väter. Wenn die Gärten dann eines Tages von den Kindern übernommen werden, kommt es oftmals zu radikalen Gartenumgestaltungen, weil die Nachkommen sich nicht mehr so viel Arbeit mit dem Garten machen wollen wie die Eltern.

Die Alten haben sich noch darum gekümmert, das die Obstgärten stets in Ordnung waren. Dazu gehört die Bodenbearbeitung und die Düngung, der Baumschnitt und die vielen Spritzungen, die einfach notwendig sind, will man gesundes Obst ernetn. Die Obsternte, Aufbewahrung und Verwertung so wie auch die übrigen Arbeiten, die das Jahr über anfallen, erfordern schon einiges an Zeit und körperlicher Anstrengung. So oft als möglich sind die Alten daher in ihrer Freizeit im Garten aktiv. Sicherlich hat diese gesunde Gartenarbeit auch so manchem älteren Kleingärtner das Leben ein Stück weit verlängert.

Die Jungen hätten da lieber einen pflegeleichten Garten, der nicht so viel an Arbeit und Zeit erfordert. Dazu gehört eine ausgiebige Rasenfläche, ein schattenspendender Baum, vielleicht auch ein paar Nadelgehölze, die so gut wie keine Arbeit erfordern, ein Rosenbeet, einige Blütensträucher so wie ein paar winterharte Gartenblumen. - Doch Gott sei Dank wird es immer noch genügend Gartenfreunde geben, die sich gern und intensiv mit dem Obstanbau beschäftigen. Ihnen sei daher ein eigenes Kapitel gewidmet Der Obstfreund .